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    Titanoboa - größte Schlange aller Zeiten entdeckt!!!

    In Kolumbien lebte vor 60 Millionen Jahren im Paläozän die größte Schlange, die jemals entdeckt wurde. Paläontologen haben ihr den wissenschaftlichen Namen Titanoboa cerrejonensis gegeben. Der Artname bezieht sich auf die Kohlemine, in der die Versteinerungen dieses Reptils entdeckt wurden. Riesige fossile Wirbel zeugen von diesem Titan unter den Schlangen. Auch die allergrößte Anakonda oder Python erreichen niemals annähernd ihre Größe. Forscher haben die Wirbelgrößen mit denen rezenter Riesenschlangen verglichen und daraus die sagenhafte Länge von 12,8 Metern errechnet. Über Vergleiche mit der Großen Anakonda und dem Südlichen Felsenpython haben sie ein mittleres Gewicht von 1135 Kilogramm ermittelt. Zumindest in Bezug auf das Gewicht erscheint das Ergebnis jedoch viel zu hoch, es sei denn, Titanoboa hat als ausgewachsenes Tier das Wasser nicht mehr verlassen.

    Die Schicht, in der sie ausgegraben wurde, belegt durch weitere Fossilien ein tropisches Klima. Nach den Autoren des Nature-Artikels  deutet die enorme Größe der Schlange darauf hin, dass es im Paläozän wärmer gewesen ist als heute. Nach den Berechnungen soll für eine Schlange derartiger Größe für einen funktionierenden Stoffwechsel eine durchschnittliche Jahrestemperatur von mindestens 32-33°C notwendig gewesen sein. Daraus wird geschlossen, dass wesentlich mehr von dem Treibhausgas CO2 in der Atmosphäre war als heute. Bisher war man davon ausgegangen, dass die tropischen Regenwälder wie ein Schutzschild gegen starke Erwärmung wirken.

    Die Hypothese, durch die Existenz bzw. die Größe der Titanoboa eine Mindesttemperatur von im Mittel 32°C im Jahr zu fordern, beruht jedoch auf Annahmen, die keineswegs bewiesen sind:

    1. Es ist völlig unklar, ob Titanoboa tatsächlich etwas mehr Wirbel hatte als die Anakondas. Denn die Wirbel selber deuten eher auf eine Verwandtschaft mit Boa constrictor hin. Titanoboa könnte also kleiner gewesen sein, als errechnet. 

    2. Reptilien in Regionen mit kalten Wintern sind kleiner. Es ist aber nicht bewiesen, dass in den ohnehin heißen Tropen wenige höhere Grade einen derart starken Einfluss auf die Rekordmaße von Titanoboa gehabt haben. Außerdem konnte sich auch Titanoboa der Sonne aussetzen und so eine höhere Temperatur erzielen, die unabhängig von der sie umgebenden Lufttemperatur war. Vielmehr erscheint ein rein aquatisches Leben für die enorme Größe verantwortlich zu sein. Der limitierende Faktor für die Größe der Riesenschlangen wäre dann nicht die Temperatur, sondern die Konstruktion der extremitätenlosen Schlange an Land und ihrer Möglichkeit, sich bei diesem Gewicht sinnvoll an Land zu bewegen. Große und damit schwere Wirbel ergeben im Wasser keine Nachteile. Ein rein aquatisches Leben wird dadurch gewährleistet, dass alle Boinen lebend gebärend sind.

    3. Die Große Anakonda macht es vor: von den großen Riesenschlangen ist sie am stärksten ans Wasser gebunden und die schwerste Schlange weltweit. An Land sind große Anakondas (max. Gewicht von 220 Kilo) bereits plump und langsam.

    4. Im Wasser ist es durchschnittlich kühler als an Land. Die Luft hätte also noch wärmer sein müssen, als angegeben.

    5. Für große Dinosaurier wurde berechnet, dass sich allein durch ihre Masse eine Eigenwärme entwickelt, ohne dass sie dafür aktiv ihre Temperatur erhöhen müssen. Die größten Dinosaurier sollen so über 45°C warm gewesen sein. In einer groß angelegten Studie maß man tatsächlich bei kleinen Krokodilen eine niedriegere Temperatur als bei großen Panzerechsen.

    Letztlich ist ein warmes Klima eine von mehreren Vorraussetzungen für ein Riesenwachstum, aber in diesem Fall vermutlich nicht der limitierende Faktor, womit Titanoboa nicht als Klimaindikator für das Paläozän geeigent ist.  

     

    Ausführlichere Informationen finden sich in folgendem Artikel:

    Dirksen, L. (2009): Bemerkungen zu Titanoboa cerrejonensis (Head et al., 2009), einer neuen, extrem großen Riesenschlange (Serpentes, Boinae) aus der Cerrejón-Formation Kolumbiens, als Indikator für ein CO2-bedingtes Treibhausklima im Paläozän.- Ophidia 2(2), 2-10. 

     

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