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    E. murinus

    Lutz mit einer Anakonda in einem Serpentario nahe Iquitos

    Kopf der Großen Anakonda aus dem Serpentario

    In Iquitos gefundenes Foto einer anständig langen Anakonda

    Mating Ball (Foto: W. Holmstrom)

    Ein Jungtier mit der Mutter (Foto: P. Strimple)









    Die Große oder Grüne Anakonda

    Namen
    Eunectes murinus wird im deutschen als "Große oder Grüne Anakonda" bezeichnet. Dabei ist der Name Große Anakonda viel passender, weil es sich bei dieser Art um die größte Schlange weltweit handelt. Größe wird hier durch Länge und Gewicht definiert. Außerdem sind Anakondas selten richtig grün, sondern überwiegend braun oder olivgrün.

    Vorkommen
    Die Große Anakonda lebt grundsätzlich in der Nähe von Seen, langsam fließenden Flüssen oder saisonal überschwemmten Savannen, wie den Llanos in Venezuela. Eunectes murinus besitzt von den Anakonda-Arten das bei weitem größte Verbreitungsgebiet. Sie kommt süd-östlich der Anden vom Tiefland des Orinoko- und Amazonas-Fluss-Systems bis zum mittleren Rio Paraná und Rio Paraguay vor. Im Süden erreicht sie den 23. südlichen Breitengrad.

    Die Große Anakonda ist Faunenelement von Kolumbien, Venezuela, Trinidad und Tobago, Guyana, Surinam, Französisch-Guayana, Brasilien, Ecuador, Peru, Bolivien und Paraguay. Als wasseradaptiertes Faunenelement stellen die Anden offensichtlich eine natürliche Migrationsbarriere in Richtung Norden und Westen dar, im Gegensatz zu anderen Vertretern der Boinae wie Epicrates, Boa und Corallus.

    Aussehen
    Die Große Anakonda variiert in ihrer Färbung zwischen braun und olivgrün. Auf dem Rücken hat sie ovale bis runde schwarze Flecken, die ein helleres Zentrum haben können und in der Anzahl stark variieren. Seitlich hat sie Augenflecken mit gelben Zentren. Auf dem Bauch ist sie zwischen cremeweiß und hellgelb gefärbt. Am Kopf hinter den Augen sind je zwei parallele schwarze Streifen, in deren Mitte sie auch weiß, orange oder rot gefärbt sein kann.

    Länge
    E. murinus kann in Ausnahmefällen acht bis neun Meter lang werden, vielleicht sogar noch etwas mehr. Die längste mir bekannte Haut ist über 29 Fuß (ca. 8,9 m) lang und soll nach Autorenangaben durchs Häuten nicht gestreckt worden sein. Außerdem fehlen der Kopf und die Schwanzspitze (Robertson 1998). Große Ausnahmeexemplare sollen über 200 Kilogramm gewogen haben. Die älteste mir bekannte Anakonda ist übrigens zur Zeit 34 Jahre alt (04.01.2004).

    In der Größe besteht bei der Großen Anakonda zwischen Männchen und Weibchen vermutlich der größte Unterschied innerhalb der Landwirbeltiere. Von allen eigenen untersuchten Männchen ist keines länger als drei Meter gewesen (n = 101). In der Literatur und auch von Züchtern sind mir Männchen bis zu vier Meter Länge beschrieben worden. Im Schnitt werden die Weibchen zirka 2,5 mal so lang wie die Männchen und sind um ein Vielfaches schwerer.

    Fortpflanzung
    Die Paarungen variieren je nach geographischer Lage und finden gewöhnlich zum Ende der Trockenzeit statt. Bei der Paarung, die meistens im Wasser stattfindet, umschlingt das Männchen das Weibchen mit ein bis zwei Schlingen der hinteren Körperpartie (siehe auch unter Wissenswertes - Fortpflanzung). Nach sechs bis acht Monaten werden bis zu 82 Jungtiere geboren, die durchschnittlich zwischen 70 bis 90 Zentimeter lang und 200 bis 400 Gramm schwer sind.

    Haltung
    Entsprechend ihrer enormen Größe sollte vor der Anschaffung genau geprüft werden, ob der Anakonda genug Raum zur Verfügung gestellt werden kann. Außerdem sollte man sich darüber im klaren sein, daß große Exemplare potentiell immer gefährlich sind, auch wenn sie noch nie bösartig waren. Neben einem großen Wasserbecken, in dem die Anakondas vollständig untertauchen, am besten auch etwas schwimmen kann, gehört auch ein trockener Unterschlupf dazu. Besonders jüngere Exemplare klettern gerne. Dem tropischen Klima entsprechend werden Tagestemperaturen zwischen 28°C und 32°C sowie eine nächtliche Abkühlung auf 25°C empfohlen. Auch ist auf eine hohe Luftfeuchtigkeit, genügend Frischluft und Tageslicht zu achten. Temperaturstrahler oder Heizkabel im Boden ermöglichen der Anakonda sich den Platz mit der gerade gewünschten Temperatur auszusuchen.


     

     

    Spezielle Literatur:

    • Belluomini, H.E. & A.R. Hoge (1957/8): Operação cesariana realizada em Eunectes murinus (Linnaeus, 1758) (Serpentes).- Mem. Inst. Butantan 28: 187-194.

    • Belluomini, H.E., T. Veinert, F. Dissmann, A.R. Hoge & A.M. Penha (1976/77): Notas biológicas a respeito do gênero Eunectes Wagler, 1830 "sucuris" (Serpentes: Boinae).- Mem. Inst. Butantan 40-41: 79-115.

    • Blomberg, R. (1955): Anakonda.- Eberhard Brockhaus, Wiesbaden, 195 S.

    • Brandes, C.-H. (1971): Über die Ernährung und das Wachstum der Gattung Eunectes Wagler in der Gefangenschaft.- Veröff. Überseemus. Bremen, Reihe A. 4: 63-70.

    • Dirksen, L. (1999b): Mythos Anakonda.- Reptilia 4(5): 34-37.

    • Dirksen, L. (2006): Königin der Sümpfe, Seen und Flüsse.- TIER INTERNATIONAL 4/2006: 10-14.

    • Dirksen, L. & P. Strimple (2000): Auf der Suche nach der Riesenanakonda; Expeditionsbericht aus Ecuador.- Reptilia 26: 30-34.

    • Dirksen, L. (2002): Anakondas. Monographische Revision der Gattung Eunectes (Wagler, 1830).- Natur und Tier-Verlag Münster (ISBN: 3-931587-43-6): 187 S.

    • Dirksen, L. & W. Böhme (1998): Studien an Anakondas 2: Zum taxonomischen Status von Eunectes murinus gigas (Latreille, 1801) (Serpentes: Boidae), mit neuen Ergebnissen zur Gattung Eunectes Wagler, 1830.- Salamandra 34(4): 359-374.

    • Holmstrom, W.F. (1980): Observations on the reproduction of the common anaconda Eunectes murinus at the New York Zoological Park.- Herpetol. Rev. 11(2): 32-33.

    • O'Shea, M.T. (1994): Eunectes murinus gigas (nothern green anaconda). Cannibalism.- Herpetol. Rev. 25(3): 124.

    • Petzold, H.-G. (1982): Die Anakondas.- A. Ziemsen Verlag Wittenberg Lutherstadt.

    • Robertson, M.M.K. (1998): Côro de Sucurí.- Reptiles Sep. 1998: 36-38.

    • Schweizer, H. (1953): Die Anakonda (Eunectes murinus) als Schlangenfresserin.- Aquar. Terrar. Z. 6: 236-238.

    • Stemmler-Gyger, O. (1963): Eine Anakonda (Eunectes murinus L.) 32 Jahre in Gefangenschaft.- Aquaria 10: 30-31.

    • Strimple, P.D. (1993): Overview of the natural history of the green anaconda (Eunectes murinus). Herp. Nat. Hist. 1 (1): 25-35.

    • Strimple, P.D. (1999): Second generation reproduction of green anaconda (Eunectes murinus).- The Forked Tongue 24(3): 2 - 4.

    • Strimple, P. & L. Dirksen (2001): Eunectes murinus (Green Anaconda). Escape behavior and respiration.- Herpetological Review 32(2):106-107.

    • Strimple, P.D., G. Puorto, W.F. Holmstrom, R. Henderson & R. Conant (1997): On the status of the anaconda Eunectes barbouri Dunn & Conant.- Journal of Herpetol. 31(4): 607-609.

    • Veinert, T. & H.E. Belluomini (1980/81): Observaçães do comportamento e da cópula heteróloga de sucuris em captiveiro - Eunectes murinus murinus (Linnaeus) e Eunectes notaeus Cope, 1862.- Mem. Inst. Butantan 44/45: 391-402.

    • Waller, T. & P.A. Micucci (1993): Estado actual del conociemento de la biología, comercio y conservación de las boas neotropicales: Genero Boa L. (1758) y Eunectes Wagler (1830) (Reptilia: Serpentes: Boidae). - Informe Inédito. TRAFFIC Südamérica CITES, Buenos Aires, 121 S.

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